Wer läuft so lang durch Tag und Nacht?
Es scheinen Verrückte, denen es Freude macht!
In Wirklichkeit waren es 71 hochmotivierte und äußert sympathische Läuferinnen und Läufer, die am 23.05.2026 um 10 Uhr beim 2. Berner Backyard Ultra, kurz BBU, starteten. Zu jeder vollen Stunde ging es für die anfänglichen 13 Frauen und 58 Männer wieder und wieder auf die 6,706 Kilometer lange Strecke. Wer diese nicht innerhalb der 60 Minuten schaffte oder im Anschluss nicht erneut pünktlich antrat, wurde zum DNF ernannt, was für „did not finish“ steht. Ein Ultralauf mit klaren Regeln, jeder Menge Spielraum und der schönsten Kulisse Hamburgs: durch die grüne Lunge von Farmsen-Berne.
Während sich das Teilnahmefeld beim allerersten BBU im Jahr 2024, der ebenfalls vom tus BERNE ausgetragen wurde, bereits ab Runde 3 ausdünnte, waren die Teilnehmenden bei diesem 2. BBU wesentlich hartnäckiger. Sogar nach 53,65 Kilometern, also nach ganzen 7 Stunden Laufen, traten noch 9 Frauen und 44 Männer an. Vielleicht lag es an der guten Verpflegung, die im Start- und Zielbereich wartete, die teils eigens mitgebrachten Supporter oder die motivierenden Anliegerinnen und Anlieger, die die Laufenden mit Applaus, Jubelrufen oder Erfrischungen aus dem Gartenschlauch anfeuerten. Es schien, als sei ganz Berne im Lauffieber – für zusätzliche Hitze sorgte die strahlende Sonne am Himmel.

Nachdem diese vom Mond abgelöst wurde, kämpften sich nach 100,59 Kilometern noch 3 Läuferinnen und 21 Läufer durch die Nacht, ehe um kurz vor 3 Uhr die erste Finisherin, Kate Raffs, gekürt wurde. Sie erhielt nach ihren beeindruckenden 114,002 km nicht nur das Frühstücksbrettchen und die Urkunde, die alle DNFs bekamen, sondern auch einen reichhaltigen Obst- und Gemüsekorb mit praktischem Campingbesteck im Taschenmesser-Stil. Vielleicht ein treuer Begleiter für weitere Ultraläufe?!
Die verbliebenen 6 Herren schienen sich einig darin, noch ewig zusammen weiter laufen zu wollen. Erst im Morgengrauen reduzierten sie sich auf 2 Läufer: Tobias Oebel und Leon Hoffmann. Die Runden 25, 26 und 27 starteten sie gemeinsam, bis Tobias‘ Knie ihn zur Rückkehr zwang. Leon trat dann die 28. Runde alleine an und beendete nach insgesamt 27 Stunden, 44 Minuten und 59 Sekunden mit seiner Rückkehr den fulminanten 2. BBU mit einer sensationellen Laufleistung!
Goethe würde dazu sagen: „Er erreichte den Hof mit Mühe und Not und seine Füße und Beine waren wie tot.“ Alles andere als tot war die Begeisterung aller am BBU beteiligten Menschen für dieses Rennen, für das es bereits jetzt von allen Seiten dieselbe Nachfrage gab: Wann kommt er wieder, dieser BBU? Aus den Herzen der Läuferinnen und Läufer sowie der Bernerinnen und Berner scheint er jedenfalls nicht mehr wegzudenken zu sein.